Warum Kalorien zählen dich immer dicker machen wird

Wie hast du das letzte Mal versucht abzunehmen? Hast du deine Kalorien eingeschränkt, so wie es in den meisten Diätbüchern vorgegeben wird, und wie ich es auch jahrelang getan habe?

Eine Frage: hat es langfristig funktioniert?

Wahrscheinlich nicht, sonst würdest du meinen Blog nicht lesen. Also bei mir hat es definitv nicht funktioniert. Mein Körper wollte sich einfach nicht auf 1200Kcal /Tag einstellen.

Zum Glück, denn das ist definitiv nicht gesund. Und glücklich macht es auch nicht.

Erst als ich bereit war, neue Wege zu gehen, und nicht mehr alles glaubte, was ich in den Medien (und in meinem Umfeld) über Diäten und Abnehmen gehört hatte, habe ich erfolgreich abgenommen.

Heute berichte ich dir allerdings darüber, wie du es garantiert NIEMALS schaffen wirst.

Warum tue ich das?

Damit du klüger bist als ich damals und endlich weißt, was wirklich funktioniert.

Albert Einstein sagte, dass es Wahnsinn sei, immer wieder das Gleiche zu tun und dabei auf ein anderes Ergebnis zu hoffen. Und er hatte recht.

Jedesmal, wenn ich in meiner Jugend abnehmen wollte, hatte ich nur kurzfristig Erfolg. Denn ich versuchte immer wieder, mit Diäten abzunehmen.

Nach jedem Jo-Jo-Effekt war ich wieder unglücklich und demotiviert. “Es hat doch sowieso keinen Sinn”, dachte ich.

Was ich tat, hat ja offensichtlich nicht funktioniert. Ich erkannte es jedoch damals nicht, da ich von den Medien, der Gesellschaft und meinem Umfeld immer nur diese Botschaft bekam:

Willst du abnehmen? Dann musst du eine Diät machen.

Warum es nichts bringt, Kalorien zu zählen

Es dauerte über drei Jahrzehnte, bis ich das ganze Spiel verstand. Bis dahin habe ich Punkte und Kalorien gezählt, um abzunehmen.

Die Medien sagten mir, dass ich das tun solle, um erfolgreich abzunehmen. Ich wusste nicht, dass das nicht der richtige Weg ist. Ich wusste nicht, dass sie mich verarschen.

Mit einer Diät abzunehmen ist keine Dauerlösung, denn Kalorien einzuschränken beruht auf Willenstärke. Und es liegt gar nicht an unserer Willenstärke, wenn wir nicht dauerhaft abnehmen können.

Auch wenn wir uns das immer wieder gerne von Diätratgebern einreden lassen.

Ja, dein Körper braucht eine Mindestanzahl an Kalorien, um zu funktionieren. Seit mehreren Jahrzehnten wird uns das so erzählt.

Und was ist die Konsequenz? Wir berechnen unseren Grundumsatz, berücksichtigen dabei, ob wir eine Schreibtischtäterin oder Hobbyathletin sind und überwachen mit diversen Smartphone Apps streng unser Essverhalten.

Dabei essen wir nicht unbedingt gesünder (was bedeutet das überhaupt?), sondern wir essen einfach weniger (bei Weight Watchers zum Beispiel).

Nicht gesünder oder hochwertiger..sondern nur weniger!

Wir sind dadurch mies gelaunt, lustlos und krankheitsanfälliger. Toll.

Minderwertige Kalorien machen dich dick

Seit über 60 Jahren wird uns erzählt, dass eine Kalorie einfach eine Kalorie ist. Wir müssen einfach mehr Kalorien verbrennen als wir zu uns nehmen. Aber diese einfache mathematische Rechnung geht nicht auf.

Denn es sagt nichts über die Qualität der Kalorien aus, die wir zu uns nehmen.

Qualität geht über Quantität. Wie bei allem im Leben.

2500 Kcal hochwertige Nahrungsmittel geben deinem Körper Energie und Treibstoff, um deine Zellen zu unterstützen, damit sie  ihre Funktionen störungsfrei ausführen können.

Du fühlst dich gesättigt und  bekommst gleichzeitig einen optimal arbeitenden Körper.

Du fühlst dich toll dabei und siehst auch noch blendend aus.

Die gleiche Anzahl an minderwertigen Kalorien (also die typische Junkfood Mahlzeit oder Reduktionsdiät) gibt deinem Körper Folgendes:

  1. mäßige Energie
  2. schlechte Laune
  3. Verdauungsbeschwerden
  4. ein schwächeres Immunsystem
  5. verlangsamter Stoffwechsel (mit anschliessendem Jo-Jo Effekt)

Aber warum machen wir das mit?

Das große Problem ist, dass wir erst wissen, wie gut es uns mit echten und ursprünglichen Lebensmitteln geht, wenn wir sie eine Zeit lang (2-4 Wochen zum Beispiel) gegessen haben und dann mal wieder eine Ausnahme (engl: Cheat Day) machen.

Erst dann spüren wir den krassen Unterschied und haben einen wirklichen Vergleich. Aber viele Frauen schaffen es nicht bis dahin. Sie machen es sich selbst schwer.


Solange wir gewohnt sind, uns nur mäßig gut zu fühlen, glauben wir nicht, dass es uns noch besser gehen kann.


Wir denken: “So schlimm ist meine Situation ja auch nicht.”

Wir verarschen uns dabei selbst.

Wir bleiben untätig.

Und das hält uns zurück. Es hält uns regelrecht gefangen und hindert uns daran, uns wirklich und wahrhaftig wohl in unserer Haut zu fühlen.

Traurig, nicht wahr?

Es liegt auch nicht an deiner mangelnden Disziplin

Ich habe vorhin geschrieben, dass es nicht an unserer mangelnden Willenstärke liegt, wenn wir Diäten nicht “durchhalten” können. Aber an was liegt es dann?

Es liegt an unseren Hormonen.

Das das System mit Crash-Diäten und old-school Aerobic-Programmen nicht langfristig funktioniert, sehen wir, wenn wir durch die Straßen laufen und dabei unsere Augen offen halten.

Unsere Gesellschaft wird immer dicker, kränker und unglücklicher.

Die Wissenschaft ist erst vor einem Jahrzehnt darauf gekommen, dass nicht alleine die Willenstärke für den Diäterfolg (oder eben Misserfolg) zuständig sein kann.

Wissenschaftler haben zwei Hormone entdeckt, die unsere Hunger-und Sättigungsgefühle steuern: Ghrelin und Leptin.

Ghrelin wird in unserer Magenschleimhaut produziert und macht uns hungrig. Der Gegenspieler Leptin gibt uns dann das Gefühl nach einer Mahlzeit satt zu sein.

Diese Hormone sind jedoch etwas empfindlich. Industriell hergestellte Produkte (“Lebensmittel”) führen dazu, dass sich Ghrelin und Leptin nicht mehr so gut verstehen.

Chemische Zusatzstoffe, Zucker und der Weizen (der doch so gesund für uns sein soll) in unserem Essen  führen zu einer gestörten Kommunikation der beiden Hormone.

Was ist die Konsequenz?

Die Leptin-Rezeptoren unserer Zellen werden blockiert und das Signal, dass wir satt sind, kommt nicht im Gehirn an.

Wir essen dadurch mehr, als wir benötigen, und essen gleichzeitig minderwertige Produkte, mit denen unser Körper wenig anfangen kann und die unseren Appetit zusätzlich anregen.

Ob das die Nahrungsmittelindustrie so will?

Ghrelin meldet sich dann nach kurzer Zeit wieder und drängt uns zum essen. Wir fühlen uns regelrecht dazu getrieben.

Wenn du gerade dann in der Stadt unterwegs bist oder an einem Bäcker vorbeiläufst und keine gesunde Alternative dabei hast, wirst du natürlich “schwach” und kaufst dir etwas Ungesundes zum Futtern. Du kannst ja nicht anders!

Der Kreislauf beginnt von neuem. Die Industrie sagt dann, dass wir alle zu gefräßig und faul sind..und daher dick.

Wir glauben es. Eine Frechheit, nicht wahr?

Deswegen bringt es nichts, streng auf Kalorien zu achten. Deine Hormone machen es dir unmöglich, auf dieser Art und Weise abzunehmen.

Ich weiß, dass es auch magersüchtige Frauen gibt, die so abnehmen, aber von denen rede ich nicht. Sie haben zusätzlich starke psychologische Probleme.

Gesunde Lebensmittel lösen bei uns rechtzeitig ein Sättigungsgefühl aus und verhindern somit, dass wir uns “überfressen”.

Wenn du allerdings nur deine Kalorien einschränkst und dein Körper dadurch das Gefühl hat, in den Hungerzustand zu kommen, treibt er dich (mit Hilfe deiner Hormone) dazu an, ständig weiterzuessen.

Das ist auch der Grund, warum extrem übergewichtige Menschen nicht einfach mit dem Essen aufhören können. Ihre Körper lassen es nicht zu. Da können sie noch so viel Willenstärke aufbringen und versuchen, ihre Kalorien zu reduzieren. Es bringt nichts.

Erst wenn sie auf minderwertige Nahrungsmittel verzichten und sich von gesunden (hochwertigen) Lebensmitteln ernähren, haben sie eine Chance.

Fazit:

Wir müssen verstehen, dass unsere Hormone uns immer fest im Griff haben. Ob wir daran glauben wollen oder nicht. Diese Tatsache ändert sich nicht.

Was können wir tun?

Wir sind nicht machtlos. Wir sollten einfach das tun, was die Menschen gemacht haben, bevor es die Lebensmittelindustrie gab.

Die heutige Art, sich zu ernähren (bequem und nicht mehr eigenverantwortlich), gibt es erst seit circa 100 Jahren. Erst seit dieser Zeit werden wir als Gesellschaft immer dicker, kränker und unglücklicher.

Wir müssen uns Folgendes klar machen:

natürliche und ursprüngliche Lebensmittel bringen unsere Hormone ins gewünschte Gleichgewicht, ohne dass wir dabei willensstark sein oder auf Kalorien achten müssen.

Und genau da sollten wir alle anfangen. Deine Gedanken dazu?


6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo liebe Melli,
    mal wieder hast du absolut recht und ich finde mich im kompletten Beitrag wieder! Wirklich der Hammer, wie die Industrie uns manipuliert und dann auch noch nieder macht. Wie immer wieder zu beobachten: Die “Opfer” fühlen sich mies und schuldig, die “Täter” lachen sich in´s Fäustchen. Danke, wieder etwas schlauer! Werde meine bisher namenlosen Hormone, ab sofort besser “füttern”! 🙂
    Alles Liebe, Iris

    1. Hi Iris,

      freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt 🙂 Ja, die Industrie beeinflusst uns ständig. Meistens merken wir es nicht. Wenn es um Dinge geht die uns gesünder, fitter und glücklicher machen würde…

      Aber oft verarschen sie uns einfach. Im Zeitalter des Internets wird sich da noch einiges ändern. Da bin ich mir sicher. Wir werden uns als Gesellschaft nicht mehr lange für dumm verkaufen lassen. Wissen ist Macht und das Wissen ist heutzutage kostenlos und überall. Wir müssen es nur suchen 😉

      LG,

      Melli!

  2. Danke Mel für den Beitrag! Einmal mehr der Beweis das die Industrie ihre Kunden nicht wirklich schäzt sondern es eigentlich nur um Profit geht. Danke für die insights 😉

  3. Liebe Mellie,
    hab auch diesen Artikel gern gelesen. ich gebe aber selbstkritisch zu bedenken, dass auch wir Teil dieser “Industrie” sind: Wir füttern durch unsere Konsumlust und unseren Konsumfrust diesen Teufelskreis.

    Liebe Grüße, Ellie

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