12 Fehler, die dich den Diäterfolg kosten (1-6)

12 Fehler die dir den Diäterfolg kosten

Vor ein paar Jahren schwirrte ich noch im Diätuniversum umher. Ich kaufte fleißig Frauenzeitschriften, iPhone Apps, Diätbücher und Workout DVDs.

Ich war jedes Mal motiviert, mein Leben zu verändern, hatte aber weder ein Ziel noch einen richtigen Plan.

So blieb ich erfolglos.

Versteh mich nicht falsch..die Diäten haben im ersten Moment schon “funktioniert”, aber ein Jahr später war ich schwerer und unglücklicher als vor der Diät.

“Soll das mein Leben sein?”, fragte ich mich.

Ich glaubte das, was im Fernsehen zum Thema Abnehmen, Sport und Diät zu sehen war.

Sie würden mich doch nicht anlügen?

Die Werbung für Weight Watchers zum Beispiel versprach tolle Ergebnisse mit wenig Mühe. Ich konnte weiterhin Chips und Süßigkeiten essen, wenn ich nur weniger davon aß.

Die Dukan Diät versprach, dauerhaft satt machen zu können und dabei dennoch abzunehmen. Sogar ohne irgendwelche Punkte oder Kalorien zu zählen. Wahnsinn!

Ich probierte einiges aus. Dass dieses “Ausprobieren” meinen Stoffwechsel ruinieren (und jeden weiteren Abnehmversuch erschweren) würde, wusste ich damals nicht. Das wird in der Werbung natürlich verschwiegen.

Erst in den letzten zwei Jahren sind mir einige Dinge klar geworden. Ich erkannte nach all der Zeit, was ich in Punkto Abnehmen falsch gemacht hatte.

Kein Wunder, dass ich meine Abnehmziele und meine Traumfigur nicht erreichte!

Ich konnte gar nicht anders!

Vieles lag nicht nur an dem, was ich gegessen habe.

Vorallem lag es an den falschen Glaubenssätzen, die ich damals hatte.

In dem ersten Teil dieses Artikels erzähle ich dir von den sechs Fehlern, die ich machte, und die mich jahrelang von meiner Wunschfigur abhielten.

So kannst du aus meinen Fehlern lernen und musst deine Zeit nicht mit Herumexperimentieren vergeuden.

1. Du isst zu wenig

Wenn wir Frauen abnehmen wollen, dann tun wir genau DAS, was unseren Erfolg beim Abnehmen verhindert: wir essen weniger.

Aus einer logische Konsequenz heraus denken wir, wenn wir weniger essen, reduziere sich auch unser Gewicht. Und die Praxis zeigt durchaus, dass das funktioniert. Weniger essen beduetet anfangs auch weniger Gewicht.

Aber auch: wenig Energie, wenig Lust auf unser Leben und wenig Freude.

Zum Glück halten wir diesen Zustand nicht lange aus. Also fangen wir wieder an zu essen.

Unser Stoffwechsel läuft jetzt aber auf Sparflamme. Unser Körper freut sich über JEDE Kalorie (egal ob gesund oder ungesund) und hält sie fest.

Sie wird in Fett umgewandelt und an Bauch, Beine und Po gespeichert. Wir nehmen langsam wieder zu.

Daher wird eine Diät im klassischen Sinne NIEMALS DAUERHAFT funktionieren.

Solange du glaubst, dass du wenig essen musst, um abzunehmen, wirst du weiterhin ein Opfer der Diätindustrie sein.

2. Du eliminierst eine Nährstoffgruppe aus deinem Essen

Früher waren es die Fette und heute sind es die Kohlenhydrate (die Carbs) die verteufelt werden. Dabei ist das gar nicht nötig.

Wir verwechseln etwas Grundlegendes:

Kohlenhydrate, die sich zum Beispiel in Gemüse, Fleisch und Hülsenfrüchten befinden, sind gut für unseren Körper. Das sind die sogenannten guten (komplexen) Kohlenhydrate.

Die Kohlenhydrate, die uns nicht gut tun, befinden sich in Zucker, Nudeln, Gebäck und unserem Junkfood. Diese sollten natürlich vermieden werden, wenn du abnehmen oder nach deiner Diät dein Gewicht halten willst.

Einfach blind alle kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel (wie zum Beispiel auch Kartoffeln und Haferflocken) zu eliminieren, ist kontraproduktiv. Es wirkt sich auf dein Diäterfolg negativ aus.

Unsere Körper braucht die Energie, die sich in Kohlenhydraten befindet.

Aber hier nochmal der Unterschied: Es sollten KOMPLEXE Kohlenhydrate sein, die auf deinen Teller kommen.

Sie geben dir lang anhaltende Energie und halten deinen Blutzuckerspiegel stabil. Dadurch speichert dein Körper kein Körperfett und du nimmst nicht zu.

Also iss ruhig komplexe Kohlenhydrate. Carbs sind nicht gleich Carbs.

3. Du isst zu wenig FETT

Durch die beliebte Paleo Ernährungsform lernen wir, dass gesunde Fette einen wichtigen Teil zum Abnehmerfolg beitragen. Sie machen lange satt, sind gut für unsere Hormon- und Zellbildung und wichtig für unsere Gehirnfunktionen.

Gesunde Fette machen uns NICHT dick, fett und krank.

Im Gegenteil, sie waren ja schliesslich mehrere Jahrtausende lang ein fester Bestandteil unserer Nahrung.

Die Nahrungsmittelindustrie, so wie wir sie heute kennen, setzt auf Zucker und industriell hergestellte Fette (Margarine, Speiseöle).

DAS ist das Fett, welches uns als Gesellschaft krank macht!

Gesunde Fette dagegen sind nicht die Übeltäter.

Wenn du glaubst, auf gesunde Fette in der Nahrung verzichten zu müssen, dann wirst du niemals erfolgreich dein Gewicht reduzieren können.

Gesunde Fette gleichen dein Hormonsystem aus und zügeln deinen Heisshunger auf Ungesundes. Der Diäterfolg ist garantiert.

Gesund Fette sind unter anderem zu finden in: Kokosöl, Lachs, Oliven, Nüssen, Avocados und Eigelb.

4. Du trinkst zu wenig Wasser

Ich kenne einige Frauen, die von sich behaupten, dass ihnen Wasser nicht schmeckt. Ich finde das bedenklich und eine übertriebene Aussage.

Wasser ist die einzige Flüssigkeit, die wir wirklich brauchen, um zu leben. Alles andere (z.B. Grüner Tee, Kaffee, Alkohol, Säfte) ist reiner Luxus.

Unser Körper besteht zum großen Teil aus Wasser und unsere Körperzellen (vor allem unsere Gehirnzellen) brauchen es.

Der Geschmack kann auf natürliche Art und Weise aufgepeppt werden. Softdrinks und Wasser mit künstlichen Aromen dagegen (zB Volvic Apfel) schaden uns mehr, als sie uns nützen.

Am besten trinkst du gute drei Liter sauberes Wasser am Tag. Wenn du nicht weißt, wie du das schaffen sollst, dann lies bitte diesen Artikel dazu.

Du erhältst zum Dank eine reinere und straffere Haut, mehr Energie und Konzentration und optimal arbeitende Organe.

Dein Stoffwechsel wird mit ausreichend Wasser zügiger laufen. Das bedeutet, dass du mehr Kalorien verbrennst und dadurch dauerhaft schlank bleibst.

Wenn du noch glaubst, dass Wasser zu trinken für dich NICHT wichtig ist, dann wirst du eben niemals dauerhaft abnehmen. Sorry.

Kein Diäterfolg.

5. Du treibst zu viel Sport

Es hört sich in der Tat kontraproduktiv an, wenn ich diese Zeilen schreibe, aber mehr Sport bedeutet nicht mehr Gewichtsverlust. Auch wenn die Mitglieder diverser Magersuchtsforen das steif und fest behaupten.

Es kommt auf die Qualität und nicht auf die Quantität des Sports an.

Wenn du Stunden auf dem Laufband oder beim Joggen verbringst, dann wirst du natürlich etwas an Gewicht verlieren.

Aber dein Körper baut dazu deine Muskeln ab. Und Muskeln sind gerade das, was du brauchst, um tolle Kurven und eine straffe und feste Haut zu bekommen.

Daher ist es sinnvoll kurze, intensive Sporteinheiten zu absolvieren. Anstatt stundenlang steadystate-cardio Übungen zu machen. Durch das sogenannte HIIT Training baust du Körperfett ab und Muskeln auf. Dies ist die optimale Kombination, um deine Wunschfigur zu bekommen.

Das Beste daran? Es reichen schon 30 Minuten pro Woche aus, um tolle Ergebnisse zu erzielen.

Wenn du also noch glaubst, dass du dich jeden Tag mit Sport quälen musst, um abzunehmen, wirst du vermutlich gar nicht erst anfangen. Oder?

6. Du kaufst immer noch fettarme Produkte

Wir wissen alle, dass Fett ein prima Geschmacksträger ist. Und Geschmack ist genau das, was den fettfreien Lebensmitteln der Low-fat Bewegung fehlte. Bis man auf die „geniale“ Idee kam, sie mit Zucker anzureichern.

Jetzt schmeckt alles wieder lecker und verkauft sich bombastisch. Abnehmwillige müssen nicht mehr auf Chips, Sodas oder Bier verzichten. Alles gibt es in der leichten Version.

Aber warum sind wir kollektiv dicker, kränker und unglücklicher als je zuvor?

Das ist sicherlich kein Zufall.

Durch die Arbeit von Robert Lustig (ein amerikanischer Kinderendokrinologe) wissen wir seit ein paar Jahren, dass Zucker für unsere Übergewichtsepidemie verantwortlich ist (nicht Fett). Es macht regelrecht süchtig und daher auch körperlich abhängig.

Ein Übergewichtiger ist mikrobiologisch gesehen unterernährt. Er isst zwar sehr viel, aber das viele Essen hat wenig Substanz bzw. kaum Nährstoffe.

Die Körperzellen hungern.

Daher muss immer mehr gegessen werden.

Und die traurige Ironie dieser ganzen Low-fat Geschichte: wir müssen ja gar nicht auf (gesundes) Fett verzichten, um abzunehmen.

Aber weil es uns anders beigebracht wurde, glauben wir nicht daran.

Wir wurden alle kräftig verarscht!

Fazit:

Glaubenssätze wirken sich auf unser ganzes Handeln aus.

Wir eignen sie uns unbewusst an: durch Werbung, Freunde, Familie, Zeitschriften, Musik, Religion, Arbeitskollegen usw. Das ist an sich ja nicht schlimm, denn es ist menschlich.

Nur sollten wir uns Glaubenssätze aneignen, die uns in unserem Handeln unterstützen und nicht daran hindern.

Zum Glück können wir das, woran wir glauben, auch jederzeit verändern.

Wir müssen uns nur dazu entscheiden.

Glaube nicht mehr an alte Diätregeln wenn du erfolgreich abnehmen willst.

Erst wenn du dir neue Glaubenssätze aneignest, wirst du gewillt sein, neue Wege zu gehen, um deinen Traumkörper zu bekommen.

Anstatt immer wieder das Gleiche tun und dabei auf neue Ergebnisse hoffen.

Im zweiten Teil dieses Artikels geht es um sechs weitere Fehler, die dich den Abnehmerfolg kosten.

Hast du eine Idee welche Fehler das sein könnten?

Foto: 123RF/HONGQI ZHANG

 


8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Melli,
    lese jetzt schon länger deinen Blog. Deine Artikeln sprechen einem wirklich aus der Seele.Dennoch habe ich mich wieder dabei erwischt nach irgendwelchen Radikal Diäten zu suchen. Zum Glück kam dann heute deine Mail und ich dachte mir jetzt oder nie. Habe gerade das Sportprogramm von dir gemacht und muss sagen, dass ist dir echt super gelungen. Es powert aus macht aber total Spaß. Habe noch eine Frage. Bei der Paleo Ernährungsform steht überall wie schlecht Brot und Gluten ist. Stimmt es dass diese Sachen für Demenz oder Autoimmunerkrankungen verantwortlich sein können? Und wenn das nur an den Lektinen und Gluten liegt, könnte man dann nicht einfach Glutenfreies Brot essen?
    Lg
    Xenia

    1. Hi Xenia, danke für dein Kommentar!

      Klar kann man auch gluten-free Brot essen aber es kommt halt auf dein Ziel an. Wenn du Zölikie hast dann ist es einen Option wenn du aber einen flachen Bauch haben willst dann ist es keine Option.

      Glutenfreies Brot wird oft aus Maismehl oder Reismehl gemacht. Beides bewirken einen raschen Blutzuckeranstieg. Dann wird Insulin vermehrt ausgeschüttet und das wandelt den Blutzucker in Fettdepots um.

      Es kommt halt drauf an was du persönlich erreichen willst und ob du gewillt bist andere Wege zu gehen. Sprich: nicht alles zu machen was die Mehrheit macht. Denn die Mehrheit macht meistens, dass was einfach ist.

      LG,
      melli!

  2. Hallo Melli,
    Habe gerade mal wieder die Haselnussmuffins gebacken! Da reicht mir einer, stillt die “Süßlust”!! Ich friere sie ein,sind in Micro gleich aufgetaut! Dank deines Blogs geht’s meinem Korpus spürbar besser! Ich koche viel bewusster! Und die Hosen sitzen immer noch locker! Sonst war Jahresanfang immer mit Gedanken an abnehmen beschäftigt! Jetzt freue ich mich auf leckeres Essen!
    Du schreibst einfach toll, authentisch! Mach weiter so, ich sage dir: DANKE!☺️

    1. Hi Adalaide,

      danke für die Blumen 😉 Viele kleine Schritte führen zum Ziel. Sich über sein Essen bewusst werden ist schon ein Schritt in die richtige Richtung! Neue Rezepte auszuprobieren ist ebenfalls wichtig. Toll von dir!

      LG,
      melli!

  3. Hey Meli, habe gerade deine Mail gelesen. Ich bin schon ganz süchtig nach deinen Mail´s.-))
    Du schreibst original aus dem Leben. Ich kann mich total damit idendifizieren.
    Muß gestehen…für dein Sportprogramm habe ich meinen faulen Körper noch nicht überreden können. Aber ich gucke mir das Video oft an.-))) im Kopf kann ich jede Übung.-))
    Wovon ich allerdings total begeistert bin sind deine Kochvideos. Habe gerade die Zubereitung von Lachs gesehen…werde sofort einkaufen gehen.-) das sieht ja sooo lecker aus.
    Mach weiter…ich kann mir mein Postfach ohne deine Mails gar nicht mehr vorstellen.
    LG

    1. Hallo Petra,

      danke für dein Kommentar! Es freut mich, dass es dir hier auf CS so gut gefällt. Die Videos machen auch voll viel Spaß und sollen zeigen, dass Jeder gesund essen und kochen kann. Auch ohne Vorkenntnisse und mit wenig Zeit 😉 Demnächst kommt ein Artikel über den Schweinehund und wie man ihn mühelos überlistet.

      LG,
      melli!

  4. Hallo Melli,

    ich backe mein Brot immer selber. Aus Dinkelvollkornmehl und mit Sesam-, Lein- und Sonnenblumenkernen. Gehört das dann auch zu den schlechten Kohlenhydraten und muss gestrichen werden?

    1. Hi,

      Dinkel wurde früher als Tierfutter benutzt und enthält viel Ballaststoffe. Es hat auch wohl einen niedrigen GLYX Index und ist somit eine komplexe (also gute) Kohnlenhydrat. 😉

      Selber-machen ist immer besser als beim Bäcker kaufen. Du weisst dann genau was drin ist und übernimmst so die Verantwortung für deine Ernährung. Sehr gut!

      LG,
      melli!

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